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DPA, 21.02.2006
 

 

Forscher protestieren gegen Anti-Evolutionsgesetze

St. Louis (dpa) - Der weltgrößte Verband von Wissenschaftlern AAAS hat Gesetzesvorlagen gegen die Verbreitung der Evolutionslehre in mehreren US-Bundesstaaten angeprangert.

Die geplanten Gesetze würden «jungen Amerikanern jene Erziehung vorenthalten, die sie brauchen, um als informierte und produktive Bürger in einer globalen Gemeinschaft mithalten zu können, die in zunehmendem Maß technologisch orientiert ist», heißt es in einer offiziellen Erklärung. Dem amerikanischen Forscherverband gehören Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen an.

Der Vorstand des Verbandes protestiere gegen den «Anschlag auf die Integrität von Wissenschaft und Wissenschaftslehre», sagte AAAS-Präsident Gilbert Omenn bei der Jahreskonferenz in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri). Schülern, denen der Unterricht in der Evolutionslehre versagt werde, mangele es automatisch an einem grundlegenden Verständnis in Biologie, Physik sowie Geologie.

Nach Angaben des Forscherverbandes versuchen derzeit 14 von 50 US-Bundesstaaten, die Evolutionslehre aus ihren Klassenräumen zu verbannen: Alabama, Arkansas, Georgia, Kansas, Michigan, Mississippi, Missouri, New York, Ohio, Oklahoma, Pennsylvania, South Carolina, Texas und Utah.
In einigen Gesetzestexten würden Lehrer und Schüler aufgefordert, das alternative Konzept des christlich geprägten «intelligenten Designs» zu untersuchen. Andere Gesetzesvorlagen verpflichteten Lehrer, auf angebliche Ungereimtheiten in der Evolutionstheorie und Einwände in der Forschergemeinde hinzuweisen. Die gebe es nicht, protestiert der AAAS. «Es gibt unter Wissenschaftlern keine größere Kontroverse über die Gültigkeit der Evolutionstheorie»
.

Wenn man Kreationismus und den Darwinismus kritisch betrachtet, einerseits, um die ideologische Einseitigkeit dieser zwei antagonistischen Extreme zu erkennen und zu überwinden, andererseits auch, um von beiden Seiten zu lernen und auf ihren Forschungsergebnissen aufzubauen.

Die EVOLUTIONSTHEORIE ist in keiner Weise bewiesen, ja sie ist nicht einmal wissenschaftlich, denn es gibt kein theoretisches Modell, das zeigen würde, wie Einzeller zu Mehrzellern, Fische zu Amphibien, Amphibien zu Reptilien und Reptilien zu Vögeln und zu Säugetieren werden können. Hätte diese evolutionäre Entwicklung - angeblich über die Akkumulierung vieler kleiner, vorteilhafter Genmutationen - stattgefunden, müßte es z.B. Übergangsformen geben, die zu 95 % Reptil und zu 5 % Säugetier sind, dann zu 90 % Reptil und zu 10 % Säugetier, usw. Solche kuriosen Formen lassen sich jedoch nirgendwo im gesamten Fossilbestand finden und wären auch auf keiner Stufe lebensfähig gewesen. (Dies ist nur eines von vielen Argumenten gegen die materialistische Evolutionstheorie.)

Aber auch der KREATIONISMUS ist in keiner Weise bewiesen. Erstens ist die Annahme, Gott habe die Welt vor siebentausend Jahren erschaffen, nur eine von vielen möglichen Interpretationen der biblischen Genesis, und nicht einmal die plausibelste. Zwischen dem Sieben-Tage-Schöpfungsbericht und der Adam-und-Eva-Geschichte bestehen einige markante Widersprüche, die von den Kreationisten nur mit viel Mühe zurechtgebogen werden können. Die dogmatische Heilslehre, die von diesem (konstruierten) Schöpfungsszenario abgeleitet wird, führt zu unversöhnlichen Absolutheitsansprüchen, auf deren Grundlage gezwungenermaßen alle anderen Konfessionen und Religionen verteufelt werden müssen. An diesen Früchten ist zu erkennen, daß hinter den fundamentalistischen Glaubensformen ein trennender Geist und nicht der Geist des allumfassenden Gottes wirkt.

Während die Kontroverse zwischen Darwinisten und Kreationisten anhält und sogar noch verschärft wird, sollten aufgeschlossene Forscher beide Seiten ernst nehmen, aber nicht dort stehen bleiben und, von deren Erkenntnissen ausgehend, nach neuen Theorien suchen, die nicht materialistisch und auch nicht religiös-fundamentalistisch sind, die also über den Darwinismus und Kreationismus hinausgehen.

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